Sheridan Park

Nutzungsvorschlag Haus F116

Vorbemerkung

Die Ateliers, Studios und Workshopräume im Kulturpark West sind einJahr nach der Etablierung auf dem Gelände der Reese-Kaserne alle belegt, kulturelle Aktionsräume sind nur begrenzt vorhanden und spezielle Nutzer mit Nachfrage nach großflächigen, ebenerdigen Räumen und Tanzateliers konnten gar nicht berücksichtigt werden.
Diese Problematik, dokumentiert durch lange Wartelisten, inzwischen verschärft durch die Entmietungen im Alten Hauptkrankenhaus, im Riedinger- sowie AKS-Gelände und die Aktion "Popkultur braucht Raum" des interkulturellen Vereins Karmann e.V. haben die gemeinnützige Kulturpark West GmbH veranlaßt, im Sinne ihres Konzeptes mit verschiedenen Partnern über weitere Nutzungsareale zu verhandeln.

Bei diesen Gesprächen haben sowohl die Initiative "Denkort" als auch der Stadtjugendring konkretes Interesse an einer Kooperation zur multifunktionalen Nutzung eines geeigneten Gebäudes oder Gebäudekomplexes signalisiert. Nach Kontaktaufnahme mit dem Baureferenten Gerd Merkle und der WBG zeichnet sich ein mögliches Areal ab - das Gebäude F116 auf dem Gewerbesektor des Sheridangeländes, das früher als KZ-Außenlager Bedeutung hatte. Ein 160 Meter langes, eingeschossiges Gebäude mit einem Nutzungspotential von etwa 6000 qm. Nach ersten Gesprächen und Begehungen mit dem Baureferenten, dem Sozialreferenten und Vertretern des Stadtjugendrings sowie unter Berücksichtigung der Interessenlagen der Initiative "Denkort", des Amerikavereins und der Bürgeraktion Pfersee, ist eine integrierte, bildungsnahe, mehrgenerative sozio-kulturelle Nutzung vorstellbar, die im folgenden näher beschrieben wird.

Erstellung eines Nutzungskonzeptes

Nach ausführlichen Beratungen mit dem Baureferenten erging an die beiden Geschäftsführer des Kulturparks West – Peter Bommas und Thomas Lindner – ein Beratungsauftrag mit dem Ziel, zeitnah ein multifunktionales Nutzungskonzept F116 zu erstellen, das die verschiedenen Nutzungsinteressen und die finanzielle Tragfähigkeit in Einklang bringen soll.

Voraussetzung für die Planungsüberlegungen ist somit neben den erklärten Nutzungsforderungen der Initiative Denkort, des Amerikavereins und des Stadtjugendrings, die Erwirtschaftung der Betriebskosten durch eine Mischung aus gewerblicher, teilgewerblicher, Hobbyraum- und gemeinnütziger Vermietung unter Nutzung der verwaltungs- und marketingmäßigen Synergieeffekte des Kulturpark West- Konzeptes. Die architektonisch-bauliche Instandsetzung für den Nutzungszweck obliegt der WBG und dem Baureferat. Die Kulturpark GmbH könnte sich eine Vermietungsoffensive, Vermietungsbetreuung und die organisatorische wie konzeptionelle Verwaltung dieses Areals innerhalb ihrer Strukturen vorstellen. Folgende Bereiche können zum jetzigen Zeitpunkt in das Nutzungskonzept eingebunden sein und sind als Nutzungsmodule flexibel handhabbar.

Nutzungsmodule F116

1) Gewerbliche Nutzung Kopfbau West mit Verpachtung Cafe/Restauration, Büronutzung Graphik, Neue Medien, Architekturbüros (ca. 600 qm)

2) Teilgewerbliche Vermietung Schulungs-/Bildungsräume, Büros für Verbände im soziokulturellen und im Bildungsbereich, Volkshochschule, Musikschule, Workshopräume, ca. 600 qm im 1. Stock

3) Hobbyraumvermietung Kunst/Kunsthandwerk - Atelierräume für Holz- und Metallbildhauer, Kunst am Bau, Werkstätten etc., Nutzungsfläche ca 800 qm im Erdgeschoß

4) Hobbyraumvermietung Lagerflächen für Kulturbetriebe und Jugendorganisationen (Kreisjugendring) ca. 400 qm im Erdgeschoß

5) Hobbyraumvermietung Bewegungskultur/Wellness - Studios für Yoga, Meditation, TanzKurse, ca. 400 qm im 1.Stock

6) Gemeinnützige Überlassung Kopfbau Ost - Erinnerungskultur/Alltagskultur
Projekt "Denkort" der Geschichtswerkstatt mit Dokumentationsstelle "Amerika in Augsburg" und "Archiv der Alltagskulturen". Es entsteht im ostseitigen Kopfbau ein neuartiges Museumskonzept, das Gedenkstätte, Archiv und Ausstellungsraum umfasst - von der Machtergreifung der Nazis über die Besatzung und Befreiung bis zum Abzug der Amerikaner alles unter einem Dach - Alltagsgeschichte als lebendige Erlebniswelt. Die Trägerschaft könnte über einen Verein mit städtischer Förderung der Betriebskosten erfolgen. Nutzungsfläche wären ca. 1000qm im östlichen Kopfbau und zusätzlich zwei bis drei "Schotten" (Anlage 1)

7) Gemeinnützige Überlassung Mitteltrakt- Jugendkultur/Kulturelle Bildung Zentrum für Urban Cultures, konzeptioniert und betreut vom Stadtjugendring mit Schwerpunkt auf Street-Sportarten/Fitness und Jugendbildungsprogrammen, Nutzungsfläche ca. 1000 qm im Mitteltrakt mit 3 - 4 "Schotten" im Erdgeschoß (Soccer, Streetball, Inline) und durch Treppe verbunden im 1. Stock Räume für Tanz, Kraftsport, Fitness (Anlage 2) sowie Außenflächen für Outdoor-Aktivitäten.

8) Gemeinnützige Überlassung Begegnungsräume Stadtteilkultur - Begegnungscafe, Veranstaltungsraum, Infozentrum, Workshopraum, Stadtteilbücherei etc. - denkbar im westlichen oder östlichen Kopfbau.


Die Beschreibung dieser Nutzungsmodule finden sich im beiliegenden Plan wieder.

Januar 2009, Peter Bommas/Thomas Lindner
Kompetenzzentrum Kulturpark West

 

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